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Lampenfieber und Prüfungsanst

Prüfungsangst

So ziemlich jeder macht seine Erfahrungen mit der Prüfungsangst. In der Schule, im Studium, bei der Fahrschule und in zahlreichen anderen Bereichen, in denen es um den Nachweis bestimmter Qualifikationen geht, macht sie sich bemerkbar. Eigentlich ist die Prüfungsangst als positiv einzuschätzen, denn sie zeigt, dass derjenige, der sie spürt, ein tiefes Interesse am erfolgreichen Meistern der Prüfung oder der Prüfungen hat.

Zum Problem wird die Prüfungsangst erst, wenn sie den Prüfling hemmt und dieser nicht in der Lage ist, seine Fähigkeiten angemessen zu präsentieren. Wer nun glaubt, dass er gegen die Angst etwas tun kann, ist womöglich auf dem Holzweg. Besser ist es, für etwas zu sein, als gegen etwas.

Wer sein Thema gründlich studiert hat und sich hervorragend vorbereitet, seine Inhalte sicher beherrscht, erreicht damit den ersten und wichtigsten Punkt schon vor der Prüfung. Wer im Gegensatz dazu unvorbereitet in die Prüfung geht, muss sich über starke Prüfungsangst nicht wundern.

Unterschiede gibt es auch zwischen rein schriftlichen Prüfungen und mündlichen Prüfungen. Viele Menschen fürchten sich sehr, vor einem Publikum sprechen zu müssen. Hier hilft nur üben. Einen Vortrag ausarbeiten und laut, eventuell vor einem Spiegel stehend, vortragen. Dann das Ganze auch vor Freunden oder Familienangehörigen proben.

Wenn ich mich selbst auf die Moderation einer größeren Veranstaltung vorbereite, arbeite ich den Text dazu vollständig aus. Dann lese ich den Text leise und auch laut, so als wäre bereits die Veranstaltung. Wenn mir bessere Formulierungen einfallen, so baue ich diese ein. Ich achte dabei auf einen guten Sprachfluss. Es folgen weitere Wiederholungen und alternative Formulierungen.

Zum Termin habe ich dann die wichtigsten Eckpunkte meiner Moderation auswendig drauf und nehme zur Sicherheit allenfalls eine Karteikarte mit wichtigen Stichpunkten mit. Die Moderation erfolgt dann ohne das Ablesen eines ausgearbeiteten Textes, also in freier Rede, auch wenn die Sätze nicht zu 100% dem entsprechen was ich vorher ausgearbeitet habe. Der Inhalt ist durch die Vorbereitung und intensive Beschäftigung mit dem Thema im Gedächtnis präsent und durch verschiedene Formulierungen abrufbar.

Eine mündliche Prüfung könnte man auf ähnliche Weise vorbereiten und sich außerdem überlegen, welche Fragen von den Prüfern gestellt werden könnten. Eine gute Vorbereitung ist die beste Basis!

Lampenfieber

Lampenfieber ist eine besondere Form der Prüfungsangst. Jeder Sänger, Musiker oder Schauspieler kennt es. Viele professionelle Künstler geben zu, immer wieder bei öffentlichen Auftritten Lampenfieber zu haben. Schließlich will man sein Sache gut machen und weiß im Vorfeld nicht, ob es (wieder) gelingen wird.

Den meisten aktiven Musikern und Bühnenkünstlern gelingt es, mit ihrem Lampenfieber geschickt umzugehen und nicht darunter zu leiden. Die Ausschüttung von Stresshormonen stärkt die physische Leistungsfähigkeit. Wer diesen Umstand kennt, positiv darauf reagiert und die zusätzliche Energie zu lenken vermag, erreicht deutlich bessere Leistungen. Deshalb geben manche Künstler an, dass wenn sie kein oder nur sehr wenig dieser Spannung während des Auftrittes gespürt haben, ihre Leistung nicht optimal war.

Für Sänger und (Blech-) Bläser ist es von großer Wichtigkeit zu wissen, dass in Stresssituationen die Atmung in Hochatmung übergeht. Mit anderen Worten: Beim Auftritt versagt durch das Lampenfieber zuerst die Bauchatmung und damit wird es für Bläser schwierig, ein hohes Leistungsniveau im Vortrag zu erreichen.

Der einzige Ausweg besteht also darin, eine gute Atemtechnik zu trainieren und die Anwendung auch immer wieder bei Konzerten und Veranstaltungen zu sichern. Am leichtesten gelingt den kleinen Schülern der Umgang mit den Auftritten. Sie denken nicht daran, dass etwas schief gehen könnte, machen einfach ihre Sache und sind dann ganz stolz, auch wenn vielleicht nicht alles wie gewünscht ablief.

Hier sind die Eltern oft ängstlicher als die Kinder. Warum? Die Eltern spüren ihr eigenes Lampenfieber und das ist größer als das ihrer Kinder.

Die regelmäßige aktive Teilnahme an Vorspielen, Konzerten, anderen Veranstaltungen und das Ablegen von Prüfungen stellen ein wunderbares Training dar, welches den Schülerinnen und Schüler der Musikschulen geboten wird. Aber auch an anderer Stelle lassen sich hervorragende Gelegenheiten schaffen.

Fazit: Das beste Mittel gegen Lampenfieber oder zum besseren Umgang mit dem eigenen Lampenfieber ist regelmäßig aufzutreten. Am besten mit kleinen Beiträgen beginnen und allmählich immer weiter ausbauen.

P.S.: In Vorbereitung eines Auftrittes kann man sein eigenes Spiel (Sprache/Gesang) mit einem Audio- oder Videogerät aufnehmen. Es hat sich herausgestellt, dass allein der Umstand, dass eine Kamera oder ein Aufnahmegerät mitschneidet, Lampenfieber auslöst. Warum also nicht das Smartphone nutzen, um das Lampenfieber in den Griff zu bekommen? Außerdem erhält man so eine bleibende Erinnerung...